Grenzgänger-Tour Tag 1

20 Jahre nach dem Wunder der Friedlichen Revolution mache ich mich mit zwei Freunden auf, diesen Teil unserer Deutschen Geschichte für mich zu entdecken. Gerade in diesen Tagen wird an dieses Ereignis in vielen Veranstaltungen gedacht, unzählige Bücher überschwemmen den Markt und es vergeht kein Tag, da dem Fernsehzuschauer eine Dokumentation über das Leben in der DDR und die Chronologie der damaligen Ereignisse präsentiert bekommt. Ich will mir nun mein eigenes Bild machen – von der Grenze und dem Wunder des Mauerfalls. Und ich will Gott danken, dass er seine Hand im Spiel hatte und will beten, dass er auch weiterhin Frieden schenkt und gnädig mit unserem Land souverän ist.

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(Wandbemalung in Leipzig)

Wo sollte man anders starten als in Leipzig. Leipzig gilt wie keine zweite Stadt für die Brutstätte des friedlichen Widerstands. Schon seit Jahren trafen sich dort Menschen, um zu beten. Später gingen sie dann auch auf die Straße und verstärkten so ihren Protest. Mir ist bewusst, dass es in vielen Städten und Dörfer unterschiedlichste Formen von Protest gab, die die kreative Kraft der Menschen eindrucksvoll zeigt. Doch Leipzig hängt dieser spezielle Ruf an. Diese Stadt zog die Menschen an, um zu protestieren und sie erlebte wie trotz angespannter Atmosphäre die Waffen schwiegen. Noch immer strahlt von der Nikolaikirche dieser spezielle Lebenswille aus. Die Kirche selbst mit ihrem steinernem Gemäuer lässt kaum erahnen wie fast schon prunkvoll sie von innen ist. Die schwarz gefärbten Steine lassen eher eine rustikale Innenausstattung erwarten. Stattdessen verschnörkelte, bunte Vielfalt an Decken und Wänden. Wirken allgemein viele solcher großen Kirchen auf mich eher leblos und leer, so ist die Nikolaikirche das Gegenteil. Sie lebt und lädt gerade dazu ein sich hinzusetzen und Gott zu suchen. Kinderbilder hängen neben alten Gemälden. Das Kirchencafe befindet sich im Nebenflügel und der Duft von Kuchen und Kaffee erfüllt Teile der Kirche. Etliche Zettel und Aufhänger fordern zum Gebet für aktuelle Anliegen auf. Hier ist Leben und lässt die Kirche nicht als ein rein geschichtlicher Ort verkommen, in dem Touristen ehrfürchtig die architektonische Leistung bestaunen. Hier lässt es sich aushalten und nicht nur dort. Leipzig begeistert mich. Sie hat nicht die Kulturbauten wie Dresden, wirkt aber unglaublich sympathisch. Wir beten an der Nikolaikirche. An diesem historischen Ort fällt uns das leicht. Zuvor schauten wir uns die Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig zur zeitgenössischen Geschichte unseres Landes an. Ich kann sie nur jedem empfehlen. Vom Ende des zweiten Weltkriegs wird die Deutsche Geschichte des Ostteils kreativ, anschaulich und multimedial gezeigt. Unzählige Dokumente wie Schriftstücke, Originaltonmitschnitte, Lebensgeschichten, Nachbauten schildern die Ereignisse und machen sie lebendig. Einfach sehr bewegend.

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(Nikolaikirche)

Nachdem wir uns Leipzig noch ein wenig spaziergend erschloßen haben, machen wir uns auf den Weg nach Regnitzlosau. Einen Ort, den ich zuvor auch noch nicht gehört habe, aber der in einer geographisch höchst interessanten Stelle liegt, nämlich im Grenzgebiet von Sachsen –Bayern-Tschechien. Regnitzlosau ist Ausgangspunkt unserer Reise entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. In Bayern gelegen war dieser Ort vom eisernen Vorhang umgeben. Es ist gut im ehemaligen Grenzgebiet sich aufzuhalten. Zu spüren wie sich das Leben ihr heute anfühlt und mit Menschen in Kontakt zu kommen.

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