Erinnerung lebendig halten

Auch in Meiningen wird an die Ereignisse der friedlichen Revolution vor 20 Jahren gedacht. Dazu erschien in der Meininger Lokalzeitung (Meininger Tageblatt) eine Artikel von Dr. Karl-Jürgen Amthor. Er war einer der Redner bei den Firedensgebeten der Stadtkirche in Meiningen. Hier ein paar Ausschnitte aus seinem Artikel:

„Wenn die DDR überlebt hätte, wäre inzwischen ‚Honecker IV‘ viel geringer als ‚Hartz IV‘. Es würde nur nicht so stören, weil es sowieso nichts mehr zu kaufen gäbe. Und wehe dem, der sich beklagt hätte!“

„Zusammenfassend beurteile ich unsere Bemühungen von 1989 in Anlehnung an den alten Fritz: „Es ist nicht so gut geworden wie erwartet, aber auch nicht so schlecht, wie es hätte werden können.“ Wir haben statt der kommunistischen Diktatur eine Parteiendemokratie, in der es den meisten von uns besser geht als früher! Und die Wirtschaft ist in Fahrt gekommen. Das ist wichtig, denn sie ist nicht alles, aber alles geht nicht ohne sie. Leider erinnert der jetzige Zustand, in dem die Parteien mit ihren Wahllisten wenig Wahl lassen, eher an eine Parteienoligarchie, zumal diesen Parteien weniger als drei Prozent der wahlberechtigten Deutschen angehören! Die Parteienoligarchie muss durch eine Vereinfachung des Wahlrechts mit drastischer Verringerung der Listenplätze und Mehrheitswahlrecht zu mehr Demokratie gebracht werden.“

„Aber im Gegensatz zum real existierenden Sozialismus in der DDR kann unsere jetztige Parteienherrschaft verbessert werden. Aus der DDR wäre nichts Gutes mehr geworden. Deshalb war es richtig im herbst 1989 in die Kirchen und auf die Straßen zu gehen. Das haben wir für mehr Freiheit getan, nicht als dumme, chauvinistischen, konsumwütige Bananenfresser, wie es auf linken Gegendemonstrationen in der alten Bundesrepublik … dargestellt wurde.“

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