Freiheit?

Wenn ich an die Wiedervereinigung denke, fällt mir das Stichwort „Freiheit“ ein. Reisefreiheit, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, …

Freiheit – wir wissen sie erst zu schätzen, wenn sie uns genommen wird. Ein Nachbar im Haus ist krank – er kann sich nicht frei bewegen, hat seit Tagen nur die Enge seiner Einraumwohnung. Das Einkaufen übernehme ich für ihn. Aber das ist eine Freiheitseinschränkung, die bei baldiger Genesung wieder aufgehoben ist.

Ich beobachte die Menschen hier in meinem Umfeld mit viel größeren Freiheitsproblemen. Es scheint immer noch schwierig zu sein, mit der Freiheit um zu gehen. In der Bahn hört man schon mal ein paar Ältere darüber reden, wie viel besser es früher doch war. Früher, scheint mir, wurden einem hier schon viele Entscheidungen abgenommen. Das war sicher manchmal „einfach“ – aber Freiheit war es nicht.

Heute scheinen die Menschen überfordert, wenn sie einkaufen sollen – zu viel Entscheidungsfreiheit? Da geht man fünfmal am Tag, weil man Planung nicht kennt. Da wird ein Angebot nach dem anderen gekauft – ist ja grad so günstig. Dinge, die für mich etwas besonderes sind, gibt es hier in manchen Familien ständig, dabei leben so viele hier von HARTZ lV.

Kommen wir mit einem Nachbarn über den Glauben ins Gespräch und darüber auch etwas tiefer, dann kommt schon mal die Äußerung, das „man sich seine Freiheit so lange hat erkämpfen müssen und daher noch nicht bereit ist, diese wieder her zu geben“.

Stellt sich die Frage, wer denn hier nun frei ist. Ist Freiheit etwas, was man erkämpft? Eine Meinung, die man endlich vertreten darf? Die Feiheit, kaufen zu können, was es gibt – egal ob man es braucht oder nicht? Die Freiheit entscheiden zu dürfen und vor lauter Freiheit nie gelernt hat mit dieser Freiheit um zu gehen? Und dabei gar nicht wirklich frei ist?

Oder ist nicht der frei, den Jesus frei gemacht hat? Habe ich cniht bei Gott viel mehr Freiheit? Bin ich nicht frei zu lieben, zu leben, zu genießen, zu vertrauen oder auch zu verzichten?

Da hat man sich vor lauter Freiheit schon wieder Mauern gebaut. Zwischenmenschliche – denn was geht mich denn der andere an, wenn es um meine Freiheit geht? Und Mauern zu Gott hin – denn wer braucht schon einen Gott, der meine Freiheit nur wieder einschränken will?

Ich bete für Menschen die in echter Freiheit leben. Wir haben so viele Freiheiten und sind doch so gefangen – nur merkt es keiner.

Ich bete für Menschen, die es wagen, in der Freiheit Gottes zu leben, die Mauern einreißen und einreißen lassen.

Ich bete für Menschen, die trotz politischer Freiheit so gefangen in ihren Herzen sind, die ohne Hoffnung in ihren Umständen vegetieren und nur ein Zerrbild von Freiheit als Freiheit bezeichnen.

Ich bete für Menschen, die ihre ganz persönliche Wiedervereinigung feiern – die mit ihrem Schöpfer, dem, der wahre Freiheit gibt!

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