Arbeit macht Sinn. Arbeit gibt Sinn.

Ich stehe wieder an der Bushaltestelle. Es bisschen Zeit bleibt noch, denn ich bin recht früh dran. Was geht ab? Zwei Frauen unterhalten sich gerade. Reden eigentlich nur Frauen an Bushaltestellen? Egal, ich bin neugierig und lausche. Gute Entscheidung!

 

„Arbeitet dein Mann eigentlich noch?“ „Ja, er hat einen recht guten Job. Leider sieht es bei mir nicht so gut aus. Ich habe 20 Jahre in den Schulen geputzt (als es noch die DDR gab). Doch jetzt brauchen sie mich nicht mehr. Erst bin ich noch bei einer Putzfirma untergekommen. Doch die streichen überall.“ „Ja, das ist schlimm.“ „Und es ist echt hart geworden. Früher konnten wir uns noch Zeit lassen, doch jetzt gibt es nur noch pauschale Verträge. Wir bekommen einen festen Betrag und dafür müssen wir alles putzen. Wie lange wir dafür brauchen interessiert keinen.“ „Ja, die Zeiten sind echt hart. Aber ihr könnt ja froh sein, dass wenigstens einer von euch Arbeit hat. Wenn ich meine Enkel anschaue.“ „Das ist kein Wunder, dass viele frustriert sind und nicht mehr weiter wissen. „Ja, früher; früher da wussten wir was wir zu tun hatten. Jeder hatte seine Arbeit. Wenn man morgens aufgewacht ist, ist man zur Arbeit gegangen. Uns ist nicht langweilig geworden. Wir hatten eine Aufgabe. Und heute, es ist echt schlimm geworden.“

Ein lauteres Motorengeräusch nähert sich uns. Alle scheinen es zu kennen, nehmen ihre Sachen und formieren sich zu einer Reihe. Damit ist diese höchst interessante Konversation zu Ende.

 

Dieses Gespräch zeigt mir mal wieder, dass arbeiten nicht nur Sinn macht – Arbeit gibt Sinn. Es ist krass zu sehen, wie viel bei den meisten Menschen an Wert, Selbstvertrauen und Lebensinhalt am Job hängt. Wie viele Arbeitslose verlieren ihren Lebenssinn durch den Jobverlust? Dabei scheint gar nicht die Frage zu sein, wie viel Spaß die Arbeit macht, sondern der einfache Fakt, Arbeit zu haben. Das ist wohl auch ein Grund warum viele ostdeutsche Bundesbürger die DDR zurückhaben wollen – jeder hatte Arbeit = jeder hatte (irgendwie) einen Lebenssinn oder wie die Frau formulierte „wir wussten was wir tun sollten.“ Ich weiß, diese Formel ist sehr vereinfacht  Doch ich denke, leider ist daran zu viel Wahrheit. Menschen brauchen etwas zu tun. Sie brauchen eine Vision und leider können viele sie sich nicht selbst geben. Für was willst du leben? Wie willst du leben? Was willst du in deinem Leben erreichen. Durch die Wiedervereinigung und die enormen Kommunikationsentwicklungen haben sich die Chancen, Optionen und Möglichkeiten so enorm vergrößert und erweitert. Eigentlich ein Segen, doch von vielen leider nicht genutzt. Und wir brauchen Sinngeber und Visionäre, ganz besonders auch hier im wunderschönen Osten von Deutschland. Wer sind meine Sinngeber? – Jesus und Freunde. Sehr gut sie zu haben.   

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