Zeit zur Aufarbeitung

Wie steht es eigentlich in unserem Land um die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit? Man sagt, die wissenschaftliche Aufarbeitung der DDR-Zeit sei sehr weit fortgeschritten – aber wie sieht es mit der Aufarbeitung dieser Zeit bei der Bevölkerung aus? Ich verstehe die Argumente, dass auch zur Aufarbeitung der Nazizeit 25 Jahre Abstand brauchte. Aber ein Vergleich beider Dikaturen scheint mir schwierig. Ich bin schon besorgt daürber, wie verklärt das Leben in der DDR-Diktatur von vielen Mitbürgern dargestellt wird. Der Buchtitel von Stefan Wolle drückt hierzu viel zum Ausdruck: „Die heile Welt der Diktatur„. Der Stand der Aufarbeitung scheint mir im Leben der Menschen nicht wirklich angekommen zu sein. Natürlich „war nicht alles schlecht“, aber das reicht mir nicht zur Bewältigung dieses Teils der deutschen Geschichte. Der Umgang mit der DDR-Vergangenheit ist mir zu selbstverständlich. Natürlich ist diese Aufarbeitung nicht in schwarz-weiß-Kategorien anzugehen. Natürlich muss auch die reale Enttäuschung, Überforderung und vielleicht manchmal die Verbitterung in die Betrachtungen mit einbezogen werden. Aber ein einfaches „früher war alles besser“ wird den Opfern nicht gerecht.

Eine fehlende ehrliche Aufarbeitung wird uns im Osten auch nicht, dahin führen, die Zukunft zu gestalten. Um in eine Entwicklung zu kommen, müssen wir das anschauen und bewerten was war. Sind wir bereit an eine Zukunft im Osten zu glauben? Okay, dann müssen wir Wege zur Aufarbeitung finden, die bei den Menschen ankommen.

In der aktuellen ZEIT habe ich ein interessantes Interview mit Salomon Korn gelesen, in dem die beiden deutschen Diktaturen behandelt werden.

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