20 Jahre Deutsche Einheit (links)

30. Sep 2010

Passend zu 20 Jahre Deutsche Einheit ein paar interessante Links mit umfangreichem Material zum Lesen, Hören und Sehen:


Friedliche Revolution goes Althengstett

27. Sep 2010

Passend zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit werde ich meinen Vortrag über die Reise an der ehemaligen innerdeutschen Grenze im nördlichen Schwarzwald in Althengstett (Kreis Calw) halten. Herzliche Einladung an alle Interessierten.

Hier geht es zur Wegbeschreibung.


Aufruf zum Schweigen und Danken am 03.10.2010

8. Sep 2010

Mit einem Aufruf zum Schweigen und Danken am 3. Oktober 2010 wendet sich die christliche Initiative „Jahr der Stille“ an die Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland. Der Jahrestag von zwanzig Jahren Deutsche Einheit sollen öffentlich auf Straßen und Plätzen mit zwei Minuten Stille und zwanzig Minuten Dank gewürdigt werden.

„Wir rufen die Bürger unseres Landes auf, am 20. Jahrestag der Deutschen Einheit für zwei Minuten in der Öffentlichkeit um 12 Uhr Stille zu halten und unserem Gott zu danken.“ Die Idee dieses Aufrufes stammt von einer Projektgruppe mit Namen „3-Oktober-GottseiDank“.  Ziel ist es, das dankbare Gedenken an die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR und den gemeinsame Weg zur Deutschen Einheit neu ins Bewusstsein zu rufen. „Entwickeln Sie selbst, mit Ihrer Familie, Gruppe, Ihrem Verein oder Ihrer Kirchengemeinde eine kreative Idee der Umsetzung. Laden Sie vor Ort andere dazu ein. Ganz gleich, ob Sie vor Ihrem Haus, nach dem Erntedankgottesdienst vor der Kirche, auf dem zentralen Platz Ihres Ortes oder sonstwo mitmachen.“ Die zwei Minuten der Stille sollen ein dankbares Erinnern wachrufen. Zwanzig Minuten Dank sollen in der Gemeinschaft mit anderen, unabhängig von ihrem Glauben, Freude wecken.

Wolfgang Breithaupt, Vorsitzender der Initiative „Jahr der Stille“: „Wer dankt, wird nachdenken. Wer nachdenkt, wird entdecken, dass Gott uns mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung viel geschenkt hat. Nachdenken und Danken gehören zusammen und der 3. Oktober ist dafür der richtige Anlass.“

Johannes Selle, MdB: „Mit der friedlichen Wiedervereinigung ist Deutschland von der Völkergemeinschaft wieder aufgenommen worden. Die Kriegsgefahr in Europa ist nahezu nicht mehr vorhanden. Auch viele nichtreligiöse Menschen benutzen spontan das Wort Wunder in diesem Zusammenhang. Gott dafür zu danken, dürfen wir nicht vergessen.“

Frank Heinrich, MdB: „40 Jahre. Trennung. Angst. Kalter Krieg. Und dann das: die friedliche Revolution, die Deutsche Einheit. Mein Herz ist dankbar: Für die kluge Politik von Willy Brand bis Helmut Kohl. Für die mutigen DDR Bürger in den Kirchen und auf den Straßen. Für den lebendigen Gott, der uns hautnah erleben ließ, dass ER der Herr der Geschichte ist. Feiern, danken und beten – ich bin dabei am 3. Oktober.“
(Quelle: 3-oktober-gottseidank.de und Scm-Brockhaus.de)


Der Mann, bei dem Honecker wohnte

29. Apr 2010

Vergebung ist möglich! Vergebung statt Rache! Als die Honeckers nach dem Mauerfall nicht mehr nach Wandlitz konnten und praktisch obdachlos waren, nahm ein Mann sie auf, der guten Grund gehabt hätte sie nicht aufzunehmen. Die Honeckers schränkten sein Leben und das seiner Familie ziemlich ein und wollten seinen Arbeitgeber letztlich überflüssig machen. Hierzu ein Interview mit Uwe Holmer über die Ereignisse und seine Einstellung:

Uwe Holmer (* 6. Februar 1929 in Wismar) ist ein deutscher Theologe, Pfarrer und Autor. Holmer war von 1955 bis 1967 Landpfarrer in Leussow in Mecklenburg. Anschließend war er bis 1983 Direktor der Bibelschule Falkenberg. 1983 wurde er Leiter und Bürgermeister der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal, die sich vor allem um die Patienten des Lobetaler Fachkrankenhauses für Neurologie, Psychiatrie und Epileptologie kümmerten. Vom 30. Januar bis zum 3. April 1990 nahm er Margot und Erich Honecker in seinem Haus auf, um ihnen Asyl zu geben. Im Ruhestand ging Holmer nach Mecklenburg zurück und arbeitete in der Rehaklinik für Suchtkranke in Serrahn. (Quelle: wikipedia)

Hier noch ein Berich im Focus.


Auf den Spuren der Friedlichen Revolution – ein Reisebericht

8. Feb 2010

„Ein Studium des Grenzregimes der DDR ist der beste Weg, sich dem Staat zu nähern, der gerade mystische Züge anzunehmen scheint, je länger er untergegangen ist. Denn nichts war so real wie diese Grenze zwischen den beiden Teilen Deutschlands: erst notdürftig gesichert, dann mit Stacheldraht, schließlich mit Zäunen, Gräbern, Türmen, Bunkern, Minen, Selbstschussanlagen und einer Mauer – was für ein Staat! Wer sie überqueren durfte, galt im ostdeutschen Volksmund als „grenzmündig“. Grenzwächter liefen nie allein, denn hier galt mehr als anderswo, dass der eine auf den anderen aufpassen musste.“ FAZ 25.03.2009


Im November 2009 bin ich mit Freunden anlässlich des 20jährigen Gedenkens an den Mauerfall mit dem Auto die ehemalige innerdeutschen Grenze entlang gefahren. Ich habe diesen Teil deutscher Geschichte entdeckt und möchte sie gerne daran teilhaben lassen und von meinen Eindrücken aus dem Grenzgebiet erzählen. Anhand von rund 100 Aufnahmen werden die Spuren der 1.378 Kilometer langen ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gezeigt. Angefangen am einstigen Dreiländereck bei Prex geht es mit dem Auto im Grenzgebiet bis hoch zur Ostseeküste. Das geteilte Dorf Mödlareuth, das Grenzmuseum Teistungen im Eichsfeld, Point Alpha bei Geisa, der Grenzkontrollpunkt Marienborn, die Dorfrepublik Rüterberg, die Halbinsel Priwall und schließlich Berlin – dies sind einige der Höhepunkte des Vortrags. Neben der Erläuterung des Aufbaus der Grenzanlagen und der historischen Hintergründe gibt es interessante Anekdoten von der Reise, die verdeutlichen, wie groß dieses Wunder der Friedlichen Revolution war.


Grenzgänger-Tour Tag 6

2. Feb 2010

Heute ist es soweit, der letzte Tag unserer Grenzgänger-Tour steht bevor. Wir haben uns auf die Spuren der Friedlichen Revolution gemacht und dabei einiges erlebt. Beginnend in Leipzig sind wir von Regnitzolsau, im Dreiländereck Sachsen, Bayern und Tschechien, die Grenze entlang bis auf die Halbinsel Priwall gefahren, um gestern an den Feierlichkeiten zum 20.Jahrestag des Mauerfalls teilzunehmen. Bevor den Heimweg nach Meiningen antreten machen wir noch einen Abstecher nach Wandlitz. Wandlitz liegt circa 20 Kilometer nordöstlich von Berlin innerhalb in einem Brandenburger Großschutzgebiet und ist von Mischwald und drei Seen umgeben. Bekannt wurde der Ort zu DDR-Zeiten durch die nahegelegene Waldsiedlung, in der die Mitglieder des Politbüros des Zentralkomitees der SED unter anderem Walter Ulbricht, Günter Mittag, Erich Honecker und Erich Mielke wohnten. Die Waldsiedlung war ein militärisch streng abgeschottete Objekt lag abseits sonstiger Besiedlung. Leider hatte ich mich unzureichend vorbereitet und so suchten wir die Waldsiedlung vergebens. Heute ist dort, was ich vorher nicht wusste, eine Reha-Einrichtung angesiedelt. Wir sind daran knapp vorbeigefahren und da wir nicht mehr die Kraft und Lust hatten uns durchzufragen, sind wir en Heimweg angetretten. Dennoch bekommen wir einen Eindruck vom Leben bei Wandlitz, seiner wunderschönen Umgebung und dem unrühmlichen Fakt Wohngebiet von Diktatoren gewesen zu sein. Ich frage mich, wie es den Wandlitzern heute mit der Siedlung geht?

Quelle: http://personal.georgiasouthern.edu/~hkurz/geo/ddr/ddr-bez.jpg

Abends kommen wir wieder in Meiningen an. Wir haben 2500 km hinter uns gebracht. Eine ereignisreiche Zeit liegt hinter uns. Ich habe einenn guten Eindruck von der Grenze bekommen. Wie lang 1700km sind ist mir nun klarer. Durch unwegsames Gelände und offene Landschaft durchzog sich der Todesstreifen. Ein Monstrum, ein Wahnsinnsprojekt, das Deutschland teilte.

Diese Tour war für mich auch eine Erinnerungsfahrt. Ich habe mich diesem Teil deutscher Geschichte gestellt. Ich war vor Ort, ich habe beobachtet und einen Einblick in die Dimension der Teilung bekommen – das wird mir weit mehr in Erinnerung bleiben als jeder Film oder jedes Buch.


Grenzgänger-Tour: Tag 5

18. Jan 2010

Es ist der 9.11.2009. Vor 20 Jahren fiel die Mauer in Berlin. Es fühlt sich großartig an, an diesem Tag hier in dieser Stadt zu sein. Der Tag beginnt so unspektakulär wie wahrscheinlich vor 20 Jahren auch.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf und fahren zur Bernauer Straße. Hier sehen wir die ersten Reste der noch erhaltenden Berliner Mauer. Ich war noch nie hier sondern kenne diesen Teil nur aus dem Fernsehen. Die Bernauerstraße erlangte Berühmtheit durch spektakuläre Fluchtaktionen aus den Fenstern von Häusern im Ostteil Berlins auf die Straße, deren Bürgersteig bereits in West-Berlin lag. Die nach Westen gelegenen Eingänge und Fenster dieser Häuser wurden sukzessive zugemauert, die Dächer mit Sperren versehen. Im Herbst 1961 hatte man die letzten Grenzhäuser dann zwangsgeräumt; die Gebäude wurden in den Jahren nach 1963 schließlich ganz abgetragen, um zu militärisch „übersichtlichen“ Verhältnissen unmittelbar an die Mauer zu kommen. Selbst eine Kirche, die direkt auf dem Todesstreifen wurde gesprengt.  Zehn Personen bezahlten ihre Fluchtversuche an dieser Stelle mit dem Leben. Eine Gedenkstätte erinnert hier an diese Geschehnisse. Wir steigen auf den Turm des Museums und blicken von oben auf die Grenzanlagen. Direkt dahinter liegt ein Friedhof. Was für eine Symbolik! Wir gehen zurück zu den Mauerrsten und zünden Kerzen im Gedenken an die Mauertoten an und laufen den Mauerweg bis zum Hauptbahnhof und bekommen so einen Eindruck vom Mauerverlauf. Im Zick Zack geht es durch die Stadt. Wie eine Schneise zog sich die Grenzanlagen durch Berlin. Durch die vielen Neubauten in diesem Gebiet wird das heute nicht mehr ganz so deutlich. Berlin – eine geteilte Stadt. Zum ersten Mal bekomme ich einen Eindruck davon, was das bedeutet haben muss. Du läufst und es geht plötzlich nicht mehr weiter, du steigst in die U-Bahn und es geht plötzlich auch nicht mehr weiter. Der U-Bahnhof der U8, der bei der Bernauerstraße unter der Kreuzung mit der Brunnenstraße liegt war beispielsweise während der Teilung geschlossen und galt als Geisterbahnhof. Heute gibt dort eine Ausstellung einen Einblick in dieses Thema.

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Einige Meter weiter am Humboldthafen kommen wir an die Stellen, an der mit Günter Litfin, der erste Mensch an der Grenze sein Leben ließ. Er versuchte am 24. August 1961 in die BRD zu fliehen. Dabei wurde er von der Transportpolizei entdeckt. Er sprang in den Humboldthafen versuchte schwimmend die Westberliner Seite zu erreichen. Nach Warnschüssen wurde er durch gezielte Schüsse getötet. Die Wasserfläche des Hafens gehörte zu Ostberlin. Westberlin begann erst an der Ufermauer. Wir sehen noch den Wachturm, der heute als Gedenkstätte dient. Sein Bruder Jürgen hat sie ins Leben gerufen. Wir laufen am Hafenufer, lesen die Tafeln, die über den ersten Mauertoten berichten und laufen betroffen weiter zum Hauptbahnhof. Von dort fahren wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Checkpoint Charlie. Der Checkpoint Charlie war einer der bekanntesten Berliner Grenzübergänge. Er verband in der Friedrichstraße zwischen Zimmerstraße und Kochstraße den sowjetischen mit dem amerikanischen Sektor. Der Kontrollpunkt wurde im August 1961 in Folge des Mauerbaus eingerichtet, um die Grenzübertritte des westalliierten Militärpersonals und ausländischer Diplomaten erfassen zu können. Die Dunkelheit bricht schon herein, während sich hier viele Menschen tummeln. Zahlreiche Souvenierhändler bieten hier sowjetische Mützen und amerikanische Abzeichen an. Heute kann man Männer in Original-Grenzmontur fotografieren. Wir genießen das Treiben hier und machen uns auf den Weg zum Fest der Freiheit, den offiziellen Feierlichkeiten zum Jubiläum 20 Jahre Mauerfall. Es fängt nun an zu regnen und wir sind froh Regenschirme dabei zu haben. Vom Potsdamer Platz aus Richtung Brandenburger Tor sind die Dominosteine schon auf gebaut. Fast eintausend Dominosteine sind aufgestellt. Sie wurden von Jugendlichen, Künstlern und kreativen Gruppen gestaltet worden. Internationale Anbindung erhält das Projekt u.a. durch die „Mauerreise“. Einige Dominosteine wurden in Länder gebracht, in denen Teilung und Grenzerfahrung noch immer den Alltag prägen und von ihnen künstlerisch gestaltet. Während der Feierlichkeiten werden  die Dominosteine umgestoßen und ein Dominoeffekt erzielt. Der „Domino-Effekt“ steht gedanklich für viele Menschen, mutige Akteure sowie Zeitzeugen der Friedlichen Revolution Ende der 1980er Jahre. Aus Protesten Einzelner wurde eine entschlossene, aber friedliche Massenbewegung.

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Das „Fest der Freiheit“ am 9. November will auch vermitteln, dass die Ereignisse von 1989 und der Fall der Mauer nicht nur Deutschland, sondern Europa und die Welt verändert haben: „Deutsche Geschichte mit Dominoeffekt“. Trotz des schlechten Wetter harren wir hier aus und sind glücklich an diesem historischen Tag in Berlin zu sein. Wir stehen am Holocoustmahnmal und schauen auf die Leinwand und die Dominosteine. Die Show verläuft eher schleppend. Klassische Musik und viele Reden von den anwesenden Politikern langweilen mich zunehmend. Das gesamte Fest wirkt unnötig in die Länge gezogen. Dennoch amüsieren wir uns. Ich entdecke viele Menschen, die aus ganz Europa extra nach Berlin angereist sind und freue mich darüber. Endlich fallen die Dominosteine. Begeisterung bei den Massen. Eine geniale Symbolik! Ich bin berührt, der absolute Höhepunkt des Tages. Insgesamt bin ich aber vom Fest der Freiheit enttäuscht. Es ist weniger ein Fest der Bürger, als ein fernsehtauglich inszenierter Staatsakt. Das Volk wollte feiern, der Rahmen gab es leider nicht her.