22. Okt 2009
„Damals im Kommunismus – Ein Studium des Grenzregimes der DDR ist der beste Weg, sich dem Staat zu nähern, der gerade mystische Züge anzunehmen scheint, je länger er untergegangen ist. Denn nichts war so real wie diese Grenze zwischen den beiden Teilen Deutschlands: erst notdürftig gesichert, dann mit Stacheldraht, schließlich mit Zäunen, Gräbern, Türmen, Bunkern, Minen, Selbstschussanlagen und einer Mauer – was für ein Staat! Wer sie überqueren durfte, galt im ostdeutschen Volksmund als „grenzmündig“. Grenzwächter liefen nie allein, denn hier galt mehr als anderswo, dass der eine auf den anderen aufpassen musste.“ FAZ 25.03.2009
Hier der Trailer eines Filmes der unserer Annäherung helfen kann:
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Verfasst von Martin P.
21. Okt 2009
Auch in Meiningen wird an die Ereignisse der friedlichen Revolution vor 20 Jahren gedacht. Dazu erschien in der Meininger Lokalzeitung (Meininger Tageblatt) eine Artikel von Dr. Karl-Jürgen Amthor. Er war einer der Redner bei den Firedensgebeten der Stadtkirche in Meiningen. Hier ein paar Ausschnitte aus seinem Artikel:
„Wenn die DDR überlebt hätte, wäre inzwischen ‘Honecker IV’ viel geringer als ‘Hartz IV’. Es würde nur nicht so stören, weil es sowieso nichts mehr zu kaufen gäbe. Und wehe dem, der sich beklagt hätte!“
„Zusammenfassend beurteile ich unsere Bemühungen von 1989 in Anlehnung an den alten Fritz: „Es ist nicht so gut geworden wie erwartet, aber auch nicht so schlecht, wie es hätte werden können.“ Wir haben statt der kommunistischen Diktatur eine Parteiendemokratie, in der es den meisten von uns besser geht als früher! Und die Wirtschaft ist in Fahrt gekommen. Das ist wichtig, denn sie ist nicht alles, aber alles geht nicht ohne sie. Leider erinnert der jetzige Zustand, in dem die Parteien mit ihren Wahllisten wenig Wahl lassen, eher an eine Parteienoligarchie, zumal diesen Parteien weniger als drei Prozent der wahlberechtigten Deutschen angehören! Die Parteienoligarchie muss durch eine Vereinfachung des Wahlrechts mit drastischer Verringerung der Listenplätze und Mehrheitswahlrecht zu mehr Demokratie gebracht werden.“
„Aber im Gegensatz zum real existierenden Sozialismus in der DDR kann unsere jetztige Parteienherrschaft verbessert werden. Aus der DDR wäre nichts Gutes mehr geworden. Deshalb war es richtig im herbst 1989 in die Kirchen und auf die Straßen zu gehen. Das haben wir für mehr Freiheit getan, nicht als dumme, chauvinistischen, konsumwütige Bananenfresser, wie es auf linken Gegendemonstrationen in der alten Bundesrepublik … dargestellt wurde.“
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Verfasst von Martin P.
18. Okt 2009
Hier zwei Videoclips, die interessante Perspektiven auf die DDR-Zeit und die Umbruchsmonate geben.
Clip 1: H-O. Bräutigam, Ch. Führer und F. Schorlemmer sprechen über die friedliche Revolution.
Clip 2: F. Schorlemmer spricht über seine Heimt DDR.
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Verfasst von Martin P.
10. Okt 2009
Gerade einen Bericht von Markus Lägel über die gestrige Gedenkversanstaltung anlässlich des 20. Jahrestages der Montagsdemo vom 9.10.1989 gelesen. Damals trafen sich über 70000 Menschen um friedlich mit Kerzen und Gebeten für Veränderung einzustehen. Und das zwei Tage nachdem der DDR-Staat seinen 40. Geburtstag feierte. Es war gerade auch der Mut und die Gebete die die Wende einleiteten und vollbrachten. Das sollten wir nicht aus dem Blick verlieren. Gerade im ganzen Gedenken und Erinnern der nächsten Wochen. Gebet wird auch weiterhin von Nöten sein, um kulturelle Einheit und Veränderung zu bewirken. Als Volk stehen wir heute genauso vor der Notwendigkeit tiefgreifender Veränderung. Auch deshalb mache ich mich im November auf den Weg die ehemailige deutsch-deutsche Grenze betend abzufahren, in den Glauben dass Gott uns die Kraft gibt zusammen zu wachsen und zusammen weiter zu gehen. Und so schließe ich mich Markus Lägel an, wenn er schreibt: „Eine westdeutsche ‘Wende-Folklore’ brauchen wir genauso wenig, wie die ‘Ostalgie-Welle’ auf der anderen Seite. Gebet ist immer noch DER Ort Veränderung zu wagen IN diese Welt hinein – über den ‘Umweg’ Gott. Es ist nicht Refugium der Weltflucht. Mindestens für mich wird es Zeit, sich dessen wieder bewusst zu werden.“ Das Vermächtnis der friedlichen Revolution gehört eben nicht ins Museum. Es braucht weiterhin Menschen die auf die Kraft von Wendegebete vertrauen.

Quelle und Rechte: http://www.mdr.de/I/6761094.jpg
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Verfasst von Martin P.
30. Sep 2009
Gestern erschien ein Interview mit mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler im Meininger Tageblatt. Hier ein paar Auszüge daraus zum Nachdenken:
„Das Jahr 1989 hat sich nicht als große sinnstiftende Erzählung durchsetzen können, sondern wird überlagert von der Erzählung der diplomatischen Erfolge auf dem Weg zur Wiederherstellung der deutschen Einheit.“
Der 3. Oktober ist „eher das Datum für eine Selbstfeier der westdeutschen politischen Klasse“.
Auf die Frage, warum 1989 nicht bundesweit zu einem großen Bezugspunkt geworden ist, meinte Münkler:
„Ich glaube, drei Faktoren spielen da zusammen. Erstens hatte die westdeutsche politische Klasse, die im Prozess der Wiedervereinigung glänzende diplomatische Leistungen vollbrachte, weder am Oktober 89 noch am 9. November einen Anteil. Zweitens spielte auch die Mehrheit der Bevölkerung eine passive Rolle – jedenfalls der gesamte Westen. Der Herbst 89 wurde hier im Fernsehen verfolgt. Drittens darf man nicht vergessen, dass mit der DDR für Teile der deutschen Bevölkerung ein großes Projekt zusammegebrochen ist. Auch wenn die DDR kaum dem entsprach, wie sich Intellektuelle und andere den Sozialismus vorgestellt haben.“
Als im Westen geborener habe ich natürlich an den Herbst 1989 wohlige Erinnerungen. Ich konnte bequem diesen Umbruch in Ostdeutschland vom Sofa aus verfolgen. Und ich glaube, die Einheit wäre heute in meiner Lebenspraxis relativ bedeutungslos, wäre ich nicht vor 7 Jahren in die ehemaligen Revolutionsgebiete gezogen.
Für mich bleibt die große Frage, wie wir mit dem 3. Oktober umgehen sollen. Gibt es dazu Anregungen, Ideen, Meinungen?
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Verfasst von Marcus Bittner
25. Jun 2009
Heute über das interessante und gleichzeitig kuriose Projekt von Thüringen-Taxi gelesen. Ihre Idee:
Von Weimar aus sich 20 Jahre nach dem Mauerfall auf den Weg zu machen, um mit dem „Thüringen-Taxi“ (einem Wartburg) durch Mittel – und Osteuropa zu steuern. Es geht in die Länder, in denen Ostdeutsche vor der Wende hauptsächlich ihren Urlaub verbracht haben, berufliche Kontakte pflegten, aus denen heraus sie aber auch die Flucht wagten. „Reisewege/Fluchtwege“ – 6000 Kilometer, 60 Tage, 6 Länder, 50 PS, 3 Zylinder, 2-Takt-Motor.
Daraus ist ein spannender Bericht entstanden mit interessanten Begegnungen, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Hier ist ein Kurzvideo zu sehen.
Außerdem sind auf ihrer Homepage private Urlaubs- und Fluchtberichte und ihr Tourkalender mit Tagebuch.
Ich mag solche Projekte und bin etwas neidisch noch selbst nicht solch eine Tour gemacht zu haben.
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Verfasst von Martin P.
8. Mai 2009
Am 7. Mai vor 20 Jahren wurden in der DDR das letzte Mal die Kommunalvertreter gewählt. Der Ablauf ging wie folgt von statten: Die SED erstellte Listen mit ihren Kandidaten der sogenannten „Nationalen Front“ – also Vertretern aller Parteien und Massenorganisationen. Nun wurde vom Bürger erwartet, dass er am Wahltag genau diese Liste nahm, sie faltete und einfach in die Urne steckte.
Selbstverständlich ohne die dafür rein formal aufgestellte Wahlkabine zu benutzen. Wer sich dem weigerte und anders wählte, dessen Stimme wurde für das stets traumhafte Wahlergebnis (weit über 90 %) einfach ignoriert. So war es überall in der DDR. Überall – nein, nicht überall. Verschiedene Ort e und Menschen leistete bei dieser letztenWahl der DDR Widerstand.
Hier der Bericht des Dorfes Neuglobsow.
Oder hier der Liniealtrick mancher DDR-Bürger. (auf ZDF-Mediathek gehen und dort „1989: SED fälscht Wahlergebnise“ eingeben)
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Diktatur, Erinnerungen |
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Verfasst von Martin P.
6. Mär 2009
„Wir wollen Sie mit Geschichte verführen“ sagt Sandra Maischberger in der Auftaktsendung der neuen ARD-Reihe 60 x Deutschland.
In dieser 60-teiligen Serie wird in einer je 15-minütigen Sendung jeweils ein Jahr ab 1949 behandelt. Das schöne ist, dass diese Beiträge auch im Netz verfügbar sind. Absolut sehenswert.
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Erinnerungen, Ost-West |
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Verfasst von Marcus Bittner