Die Grenzgängertour – entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze

18. Nov 2009

Im Herbst 2008 entstand anlässlich des Gedenkens an 18 Jahre Wiedervereinigung bei mir die Idee den ehemaligen Grenzverlauf näher kennen zu lernen. 20 Jahre nach dem Wunder des Mauerfalls schien mir dafür eine besondere Zeit zu sein.  Bei meinen Recherchen bin ich dann auf die Feierlichkeiten in Berlin (Fest der Freiheit) gestoßen. Wäre es nicht großartig daran teilzunehmen? Kurz nachgedacht und entschieden: Ja, ich will dabei sein und es mit einer Tour entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu verbinden. Inspiriert hat mich im weitern dazu ein Zitat, dass ich in der FAZ ließ, in dem es heißt, dass ein Studium der Grenze der beste Weg ist sich dem Staat DDR zu nähern.

Dabei hat mich nicht nur das Grenzgebiet interessiert, sondern als Theologe habe ich mich auch ein wenig mit der Rolle der Kirche während der Friedlichen Revolution beschäftigt. „Das Licht kam aus der Kirche“ steht jetzt auch vor der Meininger Stadtkirche.  Wie in den Kirchen gebetet und Lichter angezündet wurden, so wollte auch ich an Plätzen der ehemaligen Grenze für beten, für das Wunder der Friedlichen Revolution danken und Kerzen als Zeichen des Friedens und Gottes Gegenwart anzünden.

Ich suchte Mitstreiter und fand welche. Mit drei weiteren Meiningern und einer Frau aus Franken machte ich mich auf die Reise die ehemalige deutsch-deutsche Grenze mit dem Auto abzufahren.

Die nächsten Tage werde ich hier über unsere Eindrücke berichten.

Der Tourverlauf:

  • 5.11 Meiningen – Leipzig – Regnitzlosau (bayrisch-sächsisch-tschechische Grenze)
  • 6.11 Regnitzlosau – entlang der bayrisch-thüringisch und hessisch-thüringischen Grenze nach Großburschla mit Stops in
    • Mödlareuth (durch eine Mauer geteiltes Dorf)
    • Billmuthausen (Dorf wurde zerstört und die Bewohner zwangsumgesiedelt)
    • Point Alpha (amerikanische Militärbasis in der Rhön)
  • 7.11 Großburschla – entlang des niedersächische-sachsen-anhaltinischen Grenzgebietes nach Rüterberg (Mecklenburg-Vorpommern) mit Stops in
    • Eichsfeld (Grenzmuseum zwischen Teistungen und Duderstädt)
    • Marienborn (Grenzkontrollpunkt)
  • 8.11 Rüterberg – Priwall (Halbinsel an der Ostsee) – Berlin
  • 9.11 Berlin mit Teilnahme an den offiziellen Feierlichkeiten am Pariser Platz (Fest der Freiheit)
  • 10.11 Berlin – Meiningen

Die ehemalige deutsch-deutsche Grenze

30. Okt 2009

Hier eine sehr gute Animation über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze. Sie steht und verdeutlich so viel über den Staat, den es heute Gott sei Dank nicht mehr gibt! Und sie zeigt uns, was vor 20 Jahren gefallen ist: ein menschenverachtendes Monstrum.

Hier eine Karte des Grenzverlaufes in Berlin:

berlin-mauer-karte

Quelle:  http://www.lyc-emile-duclaux.ac-clermont.fr/vie_disc/langues/allemand/pages-internes/pages/arbeitsblatt/arbeitsblatt01-Mauer-Termlv1.htm

Hier eine Karte des Grenzverlauf:

ddr-bez

Quelle: http://personal.georgiasouthern.edu/~hkurz/geo/ddr/ddr-bez.jpg

20080318-Grenzverlauf

Quelle: http://www.ddr-im-www.de/media/2/20080318-Grenzverlauf.gif


Halt! Hier Grenze

22. Okt 2009

„Damals im Kommunismus – Ein Studium des Grenzregimes der DDR ist der beste Weg, sich dem Staat zu nähern, der gerade mystische Züge anzunehmen scheint, je länger er untergegangen ist. Denn nichts war so real wie diese Grenze zwischen den beiden Teilen Deutschlands: erst notdürftig gesichert, dann mit Stacheldraht, schließlich mit Zäunen, Gräbern, Türmen, Bunkern, Minen, Selbstschussanlagen und einer Mauer – was für ein Staat! Wer sie überqueren durfte, galt im ostdeutschen Volksmund als „grenzmündig“. Grenzwächter liefen nie allein, denn hier galt mehr als anderswo, dass der eine auf den anderen aufpassen musste.“ FAZ 25.03.2009

Hier der Trailer eines Filmes der unserer Annäherung helfen kann:

Link: Halt! Hier Grenze