Habe folgenden Bericht von Stefan Leifert (Stuttgart) auf heute.de gefunden:
18 Jahre nach der Wende arbeitet die CDU ihre Vergangenheit als Blockpartei der DDR auf. So deutlich wie nie zuvor formuliert die Partei ihre Rolle in der DDR: Die Ost-CDU habe „in der DDR im totalitären System der SED-Diktatur mitgewirkt“.
Einsam saß er da, sein leerer Blick auf die Großbildleinwand über der Parteitags-Bühne gerichtet. Die Debatten der vergangen Tage haben tiefe Spuren bei Stanislav Tillich hinterlassen. Der sächsische Ministerpräsident ist zum Gesicht einer Debatte geworden, in der es längst nicht mehr nur um ihn geht. Einstimmig hat die CDU dem Bekenntnis zur eigenen DDR-Vergangenheit am Ende zugestimmt.
Gleichgeschaltet, machtlos, ohne großen Spielraum – die Blockparteien flöteten bis zur Wende das Lied des Sozialismus. „Wer damals in die CDU eintrat, wusste ganz genau, dass er half, die Politik der SED mit umzusetzen. Alles war vorgegeben, alles musste im Konsens mit der SED geschehen“, sagt Historikerin Ute Schmidt von der Freien Universität Berlin. Binnen weniger Monate integrierte 1990 die West-CDU Helmut Kohls die CDU der DDR.
Als Nische, in der zumindest kleine Spielräume Möglichkeiten zu eigener, christlicher Politik jenseits der SED-Linie möglich waren, sehen heute viele ihre Mitgliedschaft in der Ost-CDU. Vor allem in Kommunen und Kreisen ergaben sich solche Spielräume. Karrierefördernd war das jedoch nicht.
Ich glaube, dass eine spannende Zeit vor uns liegt. 2009 wird ein Super-Wahljahr und es ist vorauszusehen, dass die Frage nach dem Umgang mit der Linkspartei in den Mittelpunkt rücken wird und damit auch die Frage nach der DDR-Vergangenheit von Politikern anderer Parteien. Ich hoffe, dass damit auch die DDR-Aufarbeitung allgemein neuen Schub bekommt. Das kann unseren Land und der Einigung nur gut tun, auch wenn es für einzelne Betroffene unangenehm wird. Aktionen wie Wikipedia sperren lassen sind keine guten Lösungen.




3. Dez 2008 um 17:08 |
Die „Kampagne“. von der Vaatz spricht, wurde bisher vor allem von der CDU und ganz besonders in Sachsen geführt, vor allem gegen PDS und jetzt Linkspartei. Und wenn diese dann von „Verunglimpfung Tausender Ost-Biografien“ sprach, wurde sie höhnisch ausgelacht. Jetzt fällt der CDU ihre eigene Selbstgerechtigkeit auf die Füße. Mehr:
http://www.blogsgesang.de/2008/12/03/das-toben-der-cdu-im-ostdeutschen-glashaus/