Reisewege – Fluchtwege

25. Jun 2009

WartWeb6Heute über das interessante und gleichzeitig kuriose Projekt von Thüringen-Taxi gelesen.  Ihre Idee:

Von Weimar aus sich 20 Jahre nach dem Mauerfall auf den Weg zu machen, um mit dem „Thüringen-Taxi“ (einem Wartburg) durch Mittel – und Osteuropa zu steuern. Es geht in die Länder, in denen Ostdeutsche vor der Wende hauptsächlich ihren Urlaub verbracht haben, berufliche Kontakte pflegten, aus denen heraus sie aber auch die Flucht wagten. “Reisewege/Fluchtwege” – 6000 Kilometer, 60 Tage, 6 Länder, 50 PS, 3 Zylinder, 2-Takt-Motor.

Daraus ist ein spannender Bericht entstanden mit interessanten Begegnungen, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet.  Hier ist ein Kurzvideo zu sehen.

Außerdem sind auf ihrer Homepage private Urlaubs- und Fluchtberichte und ihr Tourkalender mit Tagebuch.

Ich mag solche Projekte und bin etwas neidisch noch selbst nicht solch eine Tour gemacht zu haben.

7.Mai 1989

8. Mai 2009

Am 7. Mai vor 20 Jahren wurden in der DDR das letzte Mal die Kommunalvertreter gewählt. Der Ablauf ging wie folgt von statten: Die SED erstellte Listen mit ihren Kandidaten der sogenannten “Nationalen Front” – also Vertretern aller Parteien und Massenorganisationen. Nun wurde vom Bürger erwartet, dass er am Wahltag genau diese Liste nahm, sie faltete und einfach in die Urne steckte.

Selbstverständlich ohne die dafür rein formal aufgestellte Wahlkabine zu benutzen. Wer sich dem weigerte und anders wählte, dessen Stimme wurde für das stets traumhafte Wahlergebnis (weit über 90 %) einfach ignoriert. So war es überall in der DDR. Überall – nein, nicht überall. Verschiedene  Ort e und Menschen leistete bei dieser letztenWahl der DDR Widerstand.

Hier der Bericht des Dorfes Neuglobsow.

Oder hier der Liniealtrick mancher DDR-Bürger. (auf ZDF-Mediathek gehen und dort “1989: SED fälscht Wahlergebnise” eingeben)


Neues aus dem Osten

30. Mär 2009

Eine neue Umfrage bringt einige interessante Ergebnisse: “Der Sozialismus ist auch heute noch einen Versuch wert” meinen 39 % der befragten Ostdeutschen (West: 24%).”Mit der Gerechtigkeit in der Gesellschaft sind die Menschen im Osten mehrheitlich unzufrieden, im Westen dagegen mehrheitlich zufrieden.” Die Soziale Marktwirtschaft wird von 50 % der Menschen ist Ostdeutschland befürwortet.

Hinter diesen Zahlen höre ich eine Sehnsucht nach alternativen Lebensmodellen und -möglichkeiten. Welche Antworten haben Christen auf diese Sehnsucht? Wo werden sichtbare andere Modelle gelebt?


Geschichte zum Verführen

6. Mär 2009

“Wir wollen Sie mit Geschichte verführen” sagt Sandra Maischberger in der Auftaktsendung der neuen ARD-Reihe 60 x Deutschland.

In dieser 60-teiligen Serie wird in einer je 15-minütigen Sendung jeweils ein Jahr ab 1949 behandelt. Das schöne ist, dass diese Beiträge auch im Netz verfügbar sind. Absolut sehenswert.


Eine zweifache Aufarbeitung ist nötig

5. Mär 2009

Als ein in Westdeutschland geborener war mir die Faktenlage längst klar:

Es braucht eine gründliche Aufarbeitung der DDR-Geschichte, und zwar nicht nur bei Historikern, sondern auch beim normalen Menschen.

Mittlerweile sehe ich noch einen zweiten Aspekt, der einer Aufarbeitung bedarf und der womöglich eine Tür dafür ist, um die DDR-Geschichte aufzuarbeiten: Die Nachwende-Geschichte.

Ein Absatz aus einem Zeitungsartikel hat mich dafür sensibilisiert:

“Hinrich-Lehmann Grube, der nacher der Wende acht Jahre land die Geschicke der Stadt Leipzig leitete, mahnte: ‘Wir kommen bei der Deutschen Einheit nur voran, wenn wir auch die Zeit danach betrachten.’ Innerhalb weniger Monate sei die Begeisterung vieler Menschen angesichts der Arbeitslosigkeit der Verzweiflung gewichen. [...] Wer verstehen will, warum sich heute so mancher mit dem Feiern schwer tut, müsse die beiden Nachwendejahre mit einbeziehen und auch wissen, dass es in Westdeutschland nur wenige gab, die bereit waren, nach dem 3. Oktober 1990 anders zu denken und etwas anderes zu wollen.” (Meininger Tageblatt: “Die DDR – ein Geschichtsabenteuer”, 30.01.2009)

Mit diesem Blick bin ich auf einmal nicht nur der, der irgendwie neutral auf die ostdeutsche Vergangenheit schauen kann, sondern werde Teil von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen seit 1989. Ich lebe seit 2002 im Osten Deutschland und merke: ich muss nicht nur viel über das Leben in der DDR verstehen, sondern mindestens genau so viel über das Leben in den Nachwendejahren.


Diktatur, Unrechtsstaat und Selbstfreiung

5. Mär 2009

Ist der Begriff Unrechtsstaat ein geeigneter Begriff zur Vergangenheitsbewältigung? Diesen Beitrag habe ich eben dazu gelesen:

Der Begriff ¸¸Unrechtsstaat” verdeckt die Paradoxie der DDR

Es scheint ein Fluch zu sein, dass wir in unschöner Regelmäßigkeit dümmer über das Jüngstvergangene sprechen als im Revolutionsjahr 1989/90. Dümmer, das heißt vor allem: ungenauer. Am Morgen des 9. November 1989 veröffentlichte das Neue Deutschland, damals noch Organ des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, auf der ersten Seite einen Appell, der zum Bleiben in der DDR bewegen sollte. Unterschrieben hatten unter anderen Christa Wolf, Volker Braun, Christoph Hein, Kurt Masur und Ulrich Plenzdorf, aber auch Bärbel Bohley vom Neuen Forum, Erhart Neubert vom Demokratischen Aufbruch, Gert Poppe von der Initiative Frieden und Menschenrechte. “Was können wir Ihnen versprechen?”, wird in dem Aufruf gefragt: “Kein leichtes, aber ein interessantes Leben . . . Wir wollen einstehen für: Demokratisierung, freie Wahlen, Rechtssicherheit, Freizügigkeit . . . “. All das also hielt man für nicht gegeben im Arbeiter- und Bauernstaat. So empfand damals eine Mehrheit der DDR-Bürger, bevor sie zu Ostdeutschen wurden.

Den “politischen Begriff Unrechtsstaat” wolle er nicht verwenden, hat nun Bodo Ramelow, ein Spitzenpolitiker der Linken, erklärt und damit für Erregung gesorgt. Er leugne weder Stasi noch Mauertote, aber es habe in der DDR sehr wohl Recht und Gesetz gegeben, auch wenn die Deutsche Demokratische Republik kein Rechtsstaat gewesen sei. In den Wahlkämpfen dieses Jahres wird, darauf kann man wetten, viel von diesen Äußerungen die Rede sein. Das Wort vom “Unrechtsstaat” wird ohne Zweifel gern als Kampfbegriff verwendet, und das wird sich so schnell auch nicht ändern.

Als im Frühjahr 2006 eine noch unter Kanzler Schröder von Christina Weiss eingesetzte Expertenkommission ihre Empfehlungen zur Schaffung eines Geschichtsverbundes “Aufarbeitung der SED-Diktatur” vorlegte, gab die Schriftstellerin Freya Klier ein Sondervotum ab, in dem sie sich gegen den “Geist des Abwickelns, des Historisierens” wandte: “Die Stützen der untergegangenen Diktatur marschieren ja nicht nur in Gedenkstätten auf – sie sitzen im Bundestag, in den Medien, in Schulen und vielfältigen Gremien unserer Demokratie. Und sie werden nicht müde, ihren Unrechtsstaat im Nachhinein demokratisch aufzupolieren und in der öffentlichen Erinnerung zu glätten.”

Eine Sackgasse mit Ausweg
Klier geht davon aus, dass die Geschichte noch raucht, dass alte Kader “auf Zukunft” zielen. Daraus folgt für Zeitgeschichte und Geschichtspolitik ein politischer Auftrag. Dass die Linke sich gegen Begriffe und Geschichtsbilder wendet, die in erster Linie gegen sie in Stellung gebracht werden, scheint folgerichtig. Eine freie Gesellschaft hält das aus.

Für die Öffentlichkeit, für den an historischer Erkenntnis und mithin an Historisierung Interessierten wird in dieser Debatte wenig gewonnen. Zu eingefahren sind die Reflexe, zu allgemein ist das Wort “Unrechtsstaat” gefasst, wenn es weiter nichts bezeichnet als die Differenz zum demokratischen Rechtsstaat Bundesrepublik. Über diese Unterschiede muss man nicht lange debattieren, die DDR selbst hat großen Wert auf diese Differenz gelegt. Jeder lernte in der Schule, dass er in einer Diktatur lebt, in der “Diktatur des Proletariats”. Die “Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei” war im Artikel 1 der Verfassung – verabschiedet 1968, geändert 1974 – festgeschrieben. Die Propaganda legte großen Wert darauf, die Unterlegenheit der “bürgerlichen Demokratie” zu demonstrieren. Man kann der DDR manches nachsagen – aber ein demokratischer Rechtsstaat im Sinne des Grundgesetzes wollte sie nie sein.

Der Repressionsapparat, allen voran das Ministerium für Staatssicherheit, waren richterlicher Kontrolle entzogen. Gummiparagraphen gegen Sabotage, Hetze, “asoziales Verhalten”, Rowdytum, “ungesetzliche Verbindungsaufnahme” und dergleichen rechtfertigten politische Willkürurteile. Sie folgten zwar, wenn man sich auf den strikt rechtspositivistischen Standpunkt stellt, dem geltenden Recht, verletzten aber, was selbst die sozialistische Verfassung zu schützen gebot: “die Persönlichkeit und die Freiheit jedes Bürgers”. Allerdings gestattete die Verfassung Einschränkungen ausdrücklich, “insoweit . . . als dies gesetzlich zulässig und unumgänglich ist”. Und selbst in diesem Rahmen war die staatliche Praxis nicht immer verfassungskonform.

Aber es geht im Schlagabtausch um die Frage “Unrechtsstaat oder nicht?” weniger um Anspruch und Wirklichkeit der DDR als darum, wie abscheulich diese gewesen sei. So abstoßend doch immerhin, dass ihre Bürger die erste historische Gelegenheit wahrnahmen, sie abzuschaffen. Vom ” Intermezzo der ostdeutschen Satrapie” spricht Hans-Ulrich Wehler in seiner Gesellschaftsgeschichte. Wie unter diesem Repressionsregime, das “in jeder Hinsicht in eine Sackgasse” (Wehler) führte, dennoch Hochachtung für Bürgerrechte, Sehnsucht nach Demokratie und die Forderung nach Rechtsstaatlichkeit aufkamen, wäre eine Frage, über die – zumal im Jubeljahr 2009 – zu diskutieren sich lohnte. Erzählt man die DDR-Geschichte als Geschichte der Selbstbefreiung, der Emanzipation einer Gesellschaft von den Zumutungen der Parteidiktatur, so gewinnt man dabei freilich keine Kampfbegriffe.

Von JENS BISKY, Süddeutsche Zeitung

(via)


Kreative Antworten für Ostdeutschland

28. Jan 2009

Der Ch. Links Verlag bereitet ein neues Buchprojekt vor, das kreative Ansätze im Osten vorstellen will.

In der Projektausschreibung steht:

“Im Osten Deutschlands haben sich in den letzten Jahren zahlreiche kreative Projekte entwickelt, die von den alten Wegen zur Lösung sozialer Probleme abweichen und auf unkonventionelle Weise neue produktive Ansätze zeigen. Vielerorts gibt es Menschen, die sich von der viel beschriebenen “Krise” im Osten Deutschlands herausgefordert fühlen und Eigenes versuchen, um die Verhältnisse zum Positiven zu verändern.”

Auf der Website www.zukunft-ostdeutschland.de können interessante Projekte gemeldet werden.

(Via: Meininger Tageblatt)


Gesundes neues Jahr

20. Jan 2009

Gastbeitrag von Laura Weinberger via Email.

So langsam werden die Glückwünsche zum neuen Jahr weniger. Mir reicht es auch langsam. Nicht, dass es nicht toll ist, aber jeder wünscht einem irgendetwas und ob es alle so auf dem Herzen haben und nicht nur als Floskel sehen ist fraglich. Allmählich fügt sich unsere Gesellschaft den Konversationsnormen der USA an. Aber das nur so als Gedanke am Rand.
Es gibt Glückwunsch Unterschiede, je nach dem wo man in Deutschland wohnt. Seit 4 Monaten in Süddeutschland lebend, habe ich dieses Jahr erfahren dürfen, wie hier die Leute mich ins neue Jahr wünschen. Während ich oft ein glückliches, fröhliches neues Jahr gewünscht bekomme, hörte ich in Ostdeutschland Leuten vor allem ein gesundes Neues Jahr wünschen. Meine Oma rief mich kurz nach dem Jahreswechsel an. Sie als schon immer in Thüringen lebende weiß was man sagt. Einen guten Beruf und vor allem Gesundheit.
Ob Gesundheit nun wirklich alles ist? Ich mag die Leute in Ostdeutschland wirklich und fühle mich ihnen sehr verbunden, aber ich finde diesen Punkt zu einseitig, nur Gesundheit zu wünschen. Es soll ja Leute geben, die nicht topfit sind und trotzdem ein für sie angenehmes Leben führen. Vielleicht eines Umdenken bedürfend?
Sorry Ostdeutschland, aber der Punkt geht an den Süden!


Jahr 20 nach dem Mauerfall

12. Jan 2009

Also wir sind jetzt mittendrin im spannenden Jahr 20 nach dem Mauerfall. Ich freue mich darüber, dass es dieses Jahr viele Gelegenheiten gibt, die letzten 20 Jahre zu reflektieren. Ein öffentlicher Dialog findet im Internet statt:

Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Wolfgang Tiefensee, lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Forschungsprojektes *Wahrnehmung der deutschen Einheit* unter dem Motto *Unsere deutsche Einheit* zu einem vierwöchigen öffentlichen Dialog im Internet ein. Dabei geht es um die Frage, wie die Bevölkerung die deutsche Einheit 20 Jahre nach dem Mauerfall wahrnimmt und bewertet.

Es geht um folgende Fragen:

  • Gestern: Was verbinden Sie mit dem 9. November 1989 — dem Tag der Maueröffnung?
  • Heute: Wie erleben Sie momentan die deutsche Einheit? Wo befinden wir uns jetzt?
  • Morgen: Wann ist die deutsche Einheit erfolgreich vollendet? Was ist noch zu tun?

Ich denke, das sind sehr gute und wichtige Fragen. Monitor Ostdeutschland empfieht: mitmachen!

Ein weiterer Link zum “Jubiläum” gibt es hier.


DDR-Aufarbeitung: den Blick zurück wagen

2. Dez 2008

Habe folgenden Bericht von Stefan Leifert (Stuttgart) auf heute.de gefunden:

18 Jahre nach der Wende arbeitet die CDU ihre Vergangenheit als Blockpartei der DDR auf. So deutlich wie nie zuvor formuliert die Partei ihre Rolle in der DDR: Die Ost-CDU habe “in der DDR im totalitären System der SED-Diktatur mitgewirkt”.

Einsam saß er da, sein leerer Blick auf die Großbildleinwand über der Parteitags-Bühne gerichtet. Die Debatten der vergangen Tage haben tiefe Spuren bei Stanislav Tillich hinterlassen. Der sächsische Ministerpräsident ist zum Gesicht einer Debatte geworden, in der es längst nicht mehr nur um ihn geht. Einstimmig hat die CDU dem Bekenntnis zur eigenen DDR-Vergangenheit am Ende zugestimmt.

Gleichgeschaltet, machtlos, ohne großen Spielraum – die Blockparteien flöteten bis zur Wende das Lied des Sozialismus. “Wer damals in die CDU eintrat, wusste ganz genau, dass er half, die Politik der SED mit umzusetzen. Alles war vorgegeben, alles musste im Konsens mit der SED geschehen”, sagt Historikerin Ute Schmidt von der Freien Universität Berlin. Binnen weniger Monate integrierte 1990 die West-CDU Helmut Kohls die CDU der DDR.

Als Nische, in der zumindest kleine Spielräume Möglichkeiten zu eigener, christlicher Politik jenseits der SED-Linie möglich waren, sehen heute viele ihre Mitgliedschaft in der Ost-CDU. Vor allem in Kommunen und Kreisen ergaben sich solche Spielräume. Karrierefördernd war das jedoch nicht.

Eine große politische Karriere hat auch Stanislav Tillich im DDR-Regime nicht gemacht. Aber er brachte es höher als viele andere CDU-Funktionäre. In den 80er Jahren wurde er Stellvertretender Vorsitzender im Rat des Kreises Kamenz und wurde an der Kaderschmiede der DDR fortgebildet. Die sächsische SPD wirft Tillich vor, seine Ämter in der DDR zu lange verschwiegen zu haben. Nein, entgegnet Tillich, seine Biografie sei immer bekannt und jedem zugänglich gewesen. Aus heutiger Sicht müsse er jedoch eingestehen, dass seine Funktion “aus heutiger Sicht ein Schritt war, den man so nicht wiederholen würde”.

Die SPD wittert in der Debatte die Chance, die CDU-Polemik gegen rot-rote Annäherungen ad absurdum zu führen. Wer selbst Teil des kommunistischen Regimes war, könne nicht glaubwürdig gegen Linkspartei und Rot-Rot wettern, so die Logik. “Eine Kampagne”, sagt der Sachse Arnold Vaatz, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag. Die SPD verunglimpfe Tausende Ost-Biografien, die versucht haben, sich mutig Spielräume im DDR-System zu verschaffen. Von einer “beschämenden und unwürdigen” Debatte spricht Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf.

“Natürlich gab es die Mitverantwortung”, sagt Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus, der selbst in der Ost-CDU aktiv war. “Aber es gab auch viele in der CDU, die versucht haben, im kleinen Raum der Gesellschaft ihre Vorstellung von christlichen Werten umzusetzen und zu erhalten.” Beide Perspektiven versucht der Antrag mit dem Titel “Geteilt. Vereint. Gemeinsam. Perspektiven für den Osten Deutschlands” zur Geltung zu bringen.

Ich glaube, dass eine spannende Zeit vor uns liegt. 2009 wird ein Super-Wahljahr und es ist vorauszusehen, dass die Frage nach dem Umgang mit der Linkspartei in den Mittelpunkt rücken wird und damit auch die Frage nach der DDR-Vergangenheit von Politikern anderer Parteien. Ich hoffe, dass damit auch die DDR-Aufarbeitung allgemein neuen Schub bekommt. Das kann unseren Land und der Einigung nur gut tun, auch wenn es für einzelne Betroffene unangenehm wird. Aktionen wie Wikipedia sperren lassen sind keine guten Lösungen.